Landwirtschaft



Dezember 2020


Die anstehenden Gartenarbeiten wurden während ich im Dezember 2020 vor Ort war auch nicht vernachlässigt. Der Garten war überwuchert von Gras, welches wir jähteten. 

Sobald der Garten vorbereitet war begann ich mit der Aussaat der verschiedenen Samen. Da in Namibia keine Pflanzensetzlinge vorhanden sind, säte ich die Samen von Kohl, Kürbis, Bohnen, Erdnüsse, Melonen, Zwiebeln und Ocra direkt in den sandigen Boden mit der Hoffnung, dass es auch so wachsen wird.

Die kleinen Holzstäbchen markieren den Saatverlauf, damit die Sämlinge nicht als Unkraut herausgerupft werden, denn diese Erfahrung habe ich bei meiner Gartenarbeit schon oft gemacht und Diana hat sich köstlich darüber amüsiert, dass ich Mutete nicht von Unkraut unterscheiden konnte.


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Januar 2021

Mit dem Einsetzen der Regenzeit wachsen die ausgesäten Samen sehr gut. Bald kann die Mutete geerntet werden. Kürbis, Mais, Okra und Melonen wachsen, aber auch das Unkraut, der Busch und die Sträucher, so dass weiterhin eine Menge Arbeit im Garten erforderlich ist. 


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März 2021

Lange Zeit wurde der Landwirtschaft nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, denn der Kindergarten hatte Vorrang. Durch den Dauerregen wuchs das Gestrüpp überall sehr hoch, so dass das ganze Stück Land wieder zugewachsen ist, auch unser Garten. Deshalb wurde gemeinsam mit allen Familienmitgliedern der Garten wieder gejätet, der Mais geerntet und der Boden umgegraben. Beete wurden angelegt und mit der Aussaat begonnen. 

 

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Juni 2021

Aufgrund der mangelnden Erfahrung in der Landwirtschaft wurden die Bemühungen der Arbeiter nicht belohnt und die Erträge waren minimal. Um diesen Mangel an Wissen auszugleichen, werden wir nun zwei Landwirte einstellen, die unsere Arbeiter schulen und ihnen helfen, den vergrößerten Garten und die angrenzenden Felder zu bewirtschaften. 

Vorher muss jedoch das gesamte Grundstück eingezäunt werden, um die Tiere von den Pflanzen fernzuhalten. 

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August 2021

Seit Mitte Juli erhalten wir beim Bau unseres erweiterten Gartens Unterstützung von zwei örtlichen Landwirten, die unsere Männer in der Landwirtschaft ausbilden. Sie begannen mit dem Bau der Schutzzäune um den Garten. Dazu brauchten sie einen Maschendrahtzaun, damit auch die kleinen Hühner und Enten nicht in den Garten gelangen und die kleinen Pflanzen abfressen können.

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Um den Boden zu düngen, mieteten wir einen Bakkie, um den Dung aus der Umgebung einzusammeln und in den Boden einzuarbeiten. 

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In der Zwischenzeit haben sie die Setzlinge ausgesät, die später ausgepflanzt werden sollen.

Die größte Herausforderung bleibt die Bewässerung des Gartens. 

Die Verlegung des Bewässerungssystems hat jetzt eine hohe Priorität in unserer Projektarbeit. Die Bewässerung nur mit einem Gartenschlauch ist nicht möglich, da der Wasserdruck zu gering ist.

Wir begannen mit der Verlegung des Schlauchsystems, mussten aber bald feststellen, dass wir zu wenig Leitungen hatten. Wieder mussten wir nach Rundu fahren, um mehr Material zu besorgen. Außerdem kauften wir einen Generator, damit wir genug Druck aufbauen können, um die gesamte Anlage zu bewässern. 

In den nächsten Tagen werden die Arbeiter mit der Verlegung der Rohre beginnen. 

Die Arbeiten auf dem Projektgelände haben die Neugierde und das Interesse der Menschen in der Nachbarschaft geweckt. Die zaghaften Anfragen, auf dem Gelände mitzuarbeiten, häufen sich 😊.


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September 2021

Um den Garten genügend zu wässern, haben wir Ende August mehr Leitungen gekauft und verlegt. Bereits jetzt sind die Jungpflanzen an wachsen und gedeihen.

Mit dem nun fahrtüchigen Kleinlaster konnten die Arbeiter weiteren Dünger auf das Land bringen und in den Boden einarbeiten.

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Die Zufahrtsstraße zum Pflanzort besteht nur aus Sand, und der kleine Lastwagen blieb oft in der sandigen Piste stecken und musste ausgegraben werden. Costody und die Arbeiter beschlossen nun, den Weg mit steinbedeckter Erde zu ebnen. 

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Immer wieder sammeln die Arbeiter Dünger ein und arbeiten ihn in den Boden ein. Neben den beiden angestellten Landwirten kommen jetzt auch mehr Anwohner, die mehr über die Landwirtschaft lernen, Erfahrungen sammeln und auf dem Feld mithelfen wollen.

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Am Ende eines jeden Monats werden die Löhne ausgezahlt. Die Arbeiter reisen gemeinsam nach Divundu und werden bezahlt und gleichzeitig wird Maismehl und andere Lebensmittel besorgt, die für den ganzen nächsten Monat reichen müssen. Der Weg nach Divundu ist etwa 27 km lang und ohne Transportmittel schwer zu erreichen. Oft stehen die Menschen stundenlang am Straßenrand und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit. Deshalb sind wir sehr dankbar für den kleinen Lastwagen, der nun fahrtüchtig ist. Ein großer Wunsch der umliegenden Bewohner ist es, eine nähere Einkaufsmöglichkeit zu haben. 

 


Oktober 2021

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November 2021

Die Bemühungen der Arbeiter haben sich nur insofern gelohnt, als sie sich mit Gemüse selbst versorgen können. Sie waren jedoch nicht in der Lage, einen größeren Ertrag zu erwirtschaften. Die Gründe dafür liegen vor allem in der mangelnden Bewässerung des Gartens. Leider wurden auch die gedeihenden Kohlpflanzen von Raupen befallen und starben infolgedessen ab.

Das Gleichgewicht zwischen der Bewässerung des Gartens und der Wasserabgabe an die Anwohner wird immer wieder diskutiert und stößt bei den Anwohnern oft auf Unverständnis.


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Um diesen Sachverhalt zu klären, haben wir mit den Bewohnern der benachbarten Siedlungen ein Gespräch über die neu geschaffenen Bedingungen der Wasserversorgung geführt. Wir informierten sie darüber, dass wir das Projekt mit Spendengeldern errichten konnten und dass es nun an ihnen liegt, die wohnortnahe Wasserversorgung langfristig zu sichern. Wir legten den monatlichen Preis für Trinkwasser pro Familie auf 100 N$ fest. Die Familien, die dem zugestimmt haben, mussten dies mit einer Unterschrift bestätigen. 
Die Zahlung muss bis zum 15. des laufenden Monats erfolgen und wird mit einer Quittung bestätigt. Der Wasserbezug ist nur gegen Vorlage der Quittung möglich und nicht auf andere übertragbar. 
Um das Wasser schonend und verantwortungsvoll zu nutzen, ist es ab sofort nicht mehr erlaubt, Wäsche an der Wasserstelle zu waschen. Auch die Tierherden dürfen dort nicht mehr getränkt werden. 

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Im Meeting wurde auch über den Wasserdiebstahl gesprochen der sich kürzlich in der Nacht ereignet hat. Trotz einem Verschluss konnten zwei Personen den Wasserhahn öffnen und Wasser beziehen. Leider konnten sie den Wasserhahn nicht wieder vollständig schließen und das Wasser lief die ganze Nacht aus. Gegen die beiden Personen wurde ein Wasserbezugsverbot von 2 Wochen verhängt.

Darauhin bauten wir einen zusätzlichen Verschluss in die Wasserleitung ein, die den Zugang zwischen Bezugsort und dem Wohnhaus/Garten trennt, so dass wir einen dopplete Sicherheit der Wasserstelle haben und trotzdem den Garten und das Wohnhaus mit Wasser versorgen können.


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Auch das Radiointerview mit dieser Frau gab Anlass zu Diskussionen. Sie sagte im Lokalradio, dass sie für das Wasser von uns bezahlen müsse. Das ist nicht richtig, denn die Kommune ist für die Wasserversorgung ihrer Bevölkerung zuständig und tut nichts, um die ländliche Bevölkerung mit Wasser zu versorgen, sondern es sind private Investoren, die sich um das Wohl der Menschen kümmern.


Die Dankbarkeit für das, was unser Projekt für diese Menschen leistet, wurde besonders in persönlichen Gesprächen nach dem Treffen deutlich.


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Dezember 2021

Ende November konnten wir uns über eine weitere Spende freuen, mit der wir nun einen zweiten 10.000 Liter Wassertank bauen können.
Das benötigte Material konnten wir in Rundu kaufen und mit unserem Kleintransporter nach Kangumbe transportieren.

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Wir wissen, dass unser Projekt im Bezirk Mukwe in vielerlei Hinsicht wahrgenommen und diskutiert wird. Die meisten Kommentare sind wohlwollend, was uns sehr glücklich macht. Vor allem die umliegenden Dörfer wissen, was wir für die Region tun und wie viel harte Arbeit dahinter steckt. Trotzdem hatten wir nicht mit dem Besuch des Regionalrats gerechnet. Er besuchte uns am frühen Morgen und informierte sich über unser Projekt und welche Auswirkungen es auf die umliegenden Siedlungen hat. Er machte eine Videoaufzeichnung, diese ist im News-Bereich zu sehen.

Costody Malasa wurde am nächsten Tag zum Treffen für Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung im Distrikt Mukwe eingeladen, das im Gebäude der Max-Makushe-Schule stattfinden sollte.

Dort wurde ihm mitgeteilt, dass unser Projekt eine Auszeichnung erhalten wird, weil wir uns für das Wohlergehen der Menschen in unserem Gebiet einsetzen und ihnen Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen. 

Dankbar und mit Stolz nehmen wir diese Urkunde entgegen und werden uns weiterhin mit viel Elan für unser Projekt und die betroffenen Dörfer in unserem Gebiet einsetzen. 


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Wir bedanken und von Herzen für ihre Unterstützung! Nur zusammen konnten wir dieses Jahr weiter an der Umsetzung der Ziele arbeiten und im Kleinen etwas Gutes tun  .


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Januar 2022

Die Herausforderungen im neuen Jahr begannen früh, denn als das Gerüst des Wassertanks aufgestellt wurde, begann die Suche nach einer langen Leiter. Schließlich fanden wir in Divundu eine, allerdings mussten die Arbeiter noch das letzte Stück hochklettern um den Boden in 5 Metern Höhe mit Metallstäben anzuschweissen. 


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Nachdem das Gerüst des Tanks stabil genug war, stand die nächste Herausforderung an. Nach mehreren Versuchen, den Tank nur mit Muskelkraft auf das Gerüst zu ziehen, musste eine andere Lösung gefunden werden. Zusätzlich wurde ein Auto zur Hilfe genommen, aber auch dieser Versuch scheiterte. Die einfachste, aber schwierigste Lösung war ein Kran, der den Tank in die Luft hob.

 

 

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Februar 2022

Um die Kosten niedrig zu halten, bestand die einfachste Lösung darin, einen Lastwagen mit Hebekran auf der Straße anzuhalten und ihn um Hilfe zu bitten, was uns auch gelang, so dass wir den Tank Mitte Februar auf eine Höhe von 5 m anheben konnten.

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März 2022

Der Anbau des Gartens läuft weiterhin zufriedenstellend. Wir haben genug Gemüse, um uns selbst zu versorgen, was ein Teilziel unseres Projekts ist. Der nächste Schritt ist, die Produktion zu steigern, damit wir das Gemüse verkaufen und mit dem Erlös neues Saatgut kaufen und nach Möglichkeit die Angestellten bezahlen können.

Dank der Regenzeit haben wir immer Wasser und wir schützen die jungen Pflanzen mit einem Netz vor der starken afrikanischen Sonne. 

 

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April 2022

Die benachbarten Siedlungen rücken immer näher an unser Grundstück heran, wahrscheinlich um ihre Wege zum Wasserholen zu verkürzen.

Deshalb haben wir begonnen, das gesamte Grundstück einzuzäunen. Bäume wurden gefällt, ihre Äste zu Pfählen verarbeitet und mit Kühen an die entfernten Grenzen unseres Grundstücks gezogen, eingegraben und mit Draht zusammengehalten.

Um zu verhindern, dass die Bäume wieder austreiben, werden die Stümpfe und Wurzeln jedes Mal ausgegraben und abgeschnitten. Auch die Jugendmannschaft des örtlichen Fußballvereins half uns wieder dabei, die Wege von Gestrüpp und Büschen zu befreien.

 

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Mai 2022

Mit dem zweiten Wassertank den wir anfangs des Jahres aufstellen konnten, erübrigte sich die Frage, wie das Wasser aufgeteilt werden soll. Wir haben nun genug Wasserreserven um die Siedlungen mit Wasser zu versorgen und gleichzeitig den zunehmend gedeihenden Garten zu bewirtschaften. 

Da die Gartenarbeiten und deren Erträge nur sichtbar werden, ist die Freude darüber gross und die Varianten der Mahlzeiten bereits viel grösser als noch vor einem Jahr.

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Juli 2022

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Der neue Hühnerstall bietet den Hennen Platz um ihre Eier in Ruhe und in einer geschützten Umgebung auszubrüten. 


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September 2022

Herr Malasa hat mich im August in der Schweiz besucht und wir hatten genügend Zeit, unser Projekt zu besprechen und gemeinsam nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen, die dann auch in Namibia umgesetzt werden können.

Im Hausgarten wird nun so viel produziert, dass das Team neben Pap (Maisbrei) jeden Tag frisches Gemüse essen kann, das sie mit den Kindern unseres Kindergartens teilen. Das Grundstück ist jedoch sehr groß und es kann noch mehr angebaut werden. Wir wollen den Hausgarten erweitern und das verbleibende Feld mit Mais, Hirse und Bohnen bepflanzen, damit wir in Zukunft die Getreideabfälle zu Tierfutter verarbeiten können. Denn in der Trockenzeit finden die Tiere, die vor allem von Kindern auf der Suche nach Futter durch die trockene Landschaft getrieben werden, kaum Gras oder Blätter und verhungern oft. Wenn die Tiere sterben, verschlechtert sich auch das Einkommen der Menschen, und dem wollen wir mit unserem neuen Projekt mit Futterpelletpresse entgegenwirken.

Die Arbeiter sind bereits dabei, das Land gründlich von Büschen und Sträuchern zu befreien.

 

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Nach der Eröffnung des neuen Supermarkts Choppies in Divundu wurde Herr Malasa gefragt, ob er die übrig gebliebenen Lebensmittel gegen einen kleinen Unkostenbeitrag für die Fütterung seiner Tiere haben möchte. Wir nahmen das Angebot an und seither fährt er beinahe täglich ein- oder zweimal nach Divundu und holt eine grossen Behälter weggeworfener Lebensmittel ab. Manchmal sind noch essbare Früchte oder Brot darunter, die noch verzerrbar sind.

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Dezember 2022

Für die Rodung des Feldes können wir immer wieder junge Leute motivieren gegen ein kleines Entgelt mitzuhelfen. Dieses Jahr baten sie mich um einen Fußball, damit sie nicht mehr mit zusammengerollten Plastiksäcken Fussball spielen mussten. Das Aufräumen ging schnell voran. Die mühsame und körperlich anstrengende Bewirtschaftung des Ackerlandes konnten wir mangels Hilfe jedoch nicht mehr bewältigen, da die Menschen der dörflichen Siedlungen rund um unseren Projektstandort ihre eigenen Grundstücke zu bewirtschaften haben und uns daher nicht helfen konnten. 

Um die Landwirtschaft vorwärts zu bringen müssen wir in der Zukunft bezahlte Arbeitsplätze anbieten. Grundsätzlich sind die Menschen in der Region an der Arbeit interessiert und würden für einen monatlichen Lohn arbeiten. Wir sind nun daran Lösungen dazu zu suchen.

 

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Kinder müssen von klein auf zu Hause mithelfen. So sind die Geschwister von Herrn Malasa für die Fütterung der Tiere und für den Garten zuständig. Täglich leisten sie viel Arbeit.

Gemeinsam zogen wir zuerst die meterlangen Nara-Pflanzen (stachelige, kürbisähnliche, wasserspendende Pflanze) aus und brachten sie den Schweinen zum Fressen, danach säten wir verschiedene Kürbissorten, Wasser- und Honigmelonen im erweiterten Garten. 

In den vorbereiteten Gartenbeeten säten wir Zwiebeln aus. Peperoni- und Chilisamen ziehen wir zunächst in leeren Plastikflaschen auf, bis sie stark genug sind, um in dem sandigen Boden zu wachsen.

Die Melonensamen, die bereits im August verstreut werden, tragen bereits kleine Früchte.



Ein großer Wunsch von mir war es, mehr über das Leben der Menschen in den nahe gelegenen Siedlungen zu erfahren und zu lernen, wie ihr Alltag aussieht. Ich traf Blandine an der Wasserstelle und wir kamen ins Gespräch. Eines Morgens kam sie zu mir und nahm mich mit zu ihrem Haus. Wir liefen in der bereits heißen Morgensonne und auch ohne Wasser zu tragen, war der Weg wegen der Hitze anstrengend.

Blandine zeigte mir stolz ihre Lehmhütte. Sie hat es ganz allein gebaut, indem sie Äste sammelte, Pfähle herstellte und sie in den Boden schlug. Dann füllte sie die Lücken mit Lehm und Stroh aus. Das Dach konnte sie mit Blech abdecken, so dass sie in der Regenzeit ein trockenes Haus hat. Die umliegenden Hütten haben jedoch alle nur ein Strohdach, das den Regengüssen nicht standhält. 

Wie viele andere Familien auch, arbeitete ihre Mutter mit ihrem Bruder und mit der Hilfe von Jugendlichen auf den Feldern. Blandine war gestern den ganzen Tag auf dem Feld und durfte sich heute ausruhen. Eigentlich wollte sie eine Mahlzeit für die Arbeiter zubereiten, doch sie hatte kein Geld, um Maismehl zu kaufen. Sie hofft, dass die jungen Leute Verständnis haben und sie ihnen ein anderes Mal etwas kochen kann. 

Gemeinsam gingen wir zu dem abgelegenen Feld ihrer Familie, trafen unterwegs andere Familien und besuchten andere Siedlungen. Die Menschen waren überrascht, dass ich sie auf den Feldern und zu Hause besuchte. Überall wurde ich zuerst ein wenig schüchtern, dann mit Freude, herzlichem Lachen und Dankbarkeit empfangen. Ihre Erleichterung über die nahe gelegene Wasserstelle wurde immer wieder betont.

Auf dem Rückweg zu unserem Projektstandort gingen wir den Weg entlang, den die Bewohner zum Wasserholen benutzen.

 

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Im Dezember 2021 haben wir aufgrund einer Radiosendung eine Versammlung über die Abgaben für den Bezug des Wassers abgehalten. Eine Frau hatte geäußert, dass sie es nicht richtig fand, dass für das Grundrecht auf Wasser bezahlt werden muss. Sie bezog Wasser bei uns und warf der Regierung vor, dass in der Region viele Wasserstellen nur durch Privatleuten angeboten werden und die Regierung ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung nicht nachkam.

Einen Tag nach meiner Ankunft kam ein Ehepaar, um die Wassergebühr zu bezahlen. Im Nachhinein erfuhr ich, dass es sich um die Frau handelte, die vor einem Jahr von der Bevölkerung so heftig kritisiert worden war, weil die damalige Mundpropaganda nicht stimmte.

Es erfüllt mich mit Stolz, zu sehen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben.


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Januar 2023

Mit dem neuen Jahr begann Kamilius Sindimba mit der Arbeit im Garten. Aufgrund der Regenzeit wuchs das Unkraut und Gestrüpp sehr stark und er hatte viel zu tun, um die Gartenbeete wieder herzurichten. 

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Mai 2023

Mitten in der Nacht zum 1. Mai brannte die Lehmhütte unserer Nachbarn vollständig nieder. Obwohl sich unsere Wasserstelle in der Nähe befand, fehlte es an Eimern und Wasserschläuchen, um das Feuer zu löschen. Die wenigen Habseligkeiten, Kochtöpfe, Kleidung, Maismehl - alles verbrannte. Der Familie blieb nichts als die zerrissene und schmutzige Kleidung, die sie trug.

 

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Obwohl auch unsere Mitarbeiter mit wenig bis nichts auskommen müssen, haben sie ihr Essen mit der betroffenen Familie geteilt.



Juni 2023

Die Regenzeit war in Namibia dieses Jahr nur von kurzer Dauer. Erst regnete es so stark, dass alles überschwemmt wurde, dann hörte der Regen auf. Die bestellten Felder werden daher kaum einen Ertrag abwerfen, die Sorge um Nahrungsmittel ist bei den Menschen in unserer Region sehr groß und der Hunger setzt bereits ein. 

Die sinkenden Temperaturen in den kommenden Monaten bis Oktober machen den Menschen zusätzlich zu schaffen. Dank unseres Bohrlochs konnten wir unseren Garten weiter bewirtschaften. Ungeziefer und fehlende Transportmöglichkeiten, um Kuhmist zu sammeln und ihn als Dünger unter den sandigen Boden zu mischen, ließen auch unseren Gartenertrag auf ein Minimum sinken.

 

 


Wahrscheinlich auch aufgrund der Notlage der Menschen wurden viele Solarpumpen aus den Bohrlöchern in der Region gestohlen. Um dies zu verhindern, haben die Männer unsere Solarpumpe verschlossen. 

Costody hat einen Rahmen geschweißt, der die Pumpe nun mit einem Schloss vor Diebstahl schützt.

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Juli 2023

Gerne stelle ich euch unsere zwei Projektmitarbeiter vor, die im Garten mithelfen.

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Mushongo Rukavo


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Moyakeya Disho Johannesburg



August 2023

Damit die Tiere etwas zu fressen haben, suchen die Arbeiter die Umgebung nach nahrhaften Ndjeke-Nüssen ab. Beim Sammeln der Nüsse werden die Kinder in den Tagesablauf einbezogen und helfen überall mit. 

Der Versuch, die Ndjeke-Nüsse zu zerkleinern, erwies sich als sehr kräftezehrende Arbeit. Umso verständlicher ist der Wunsch nach einer Tierpelletiermühle.

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November 2023

Immer wieder verschwanden Werkzeuge aus dem Garten und es wurde Gemüse gestohlen. Lange Zeit wussten wir nicht, wer dafür verantwortlich war. Leider mussten wir bald feststellen, dass sich die beiden Feldarbeiter an unseren Geräten bereicherten und das Gemüse selbst verkauften. Gespräche brachten nicht den gewünschten Erfolg und die Diebstähle gingen weiter. So mussten wir uns von den beiden Feldarbeitern trennen. 

Wir fanden Mike, einen schüchternen jungen Mann, der gerne im Garten arbeitet und uns nun hilft.


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Wir haben kürzlich Saatschalen und Aussaaterde gekauft. Wir versuchen jetzt, die verschiedenen Gemüsesorten in die Saatschalen zu säen, in der Hoffnung, dass die Samen besser keimen. In den Schalen können die Arbeiter die Setzlinge besser bewässern und sie können die Schalen je nach Sonneneinstrahlung an einen schattigeren Ort stellen. Sobald die jungen Pflanzen kräftig genug sind, werden sie in den Garten gepflanzt.



Dezember 2023

Die Arbeiter verbrachten die Weihnachtsferien damit, die Felder zu pflügen. In den Vorjahren hatten wir das Feld von Hand mit Hacken bearbeitet, was sehr anstrengend war und uns nicht den gewünschten Ertrag brachte. Dieses Jahr fragten wir einen Bauern, ob er unser Feld mit seinem Pflug und seinem Stier pflügen würde. 

Sobald die Wasserrohre weggeräumt waren, kam der Bauer mit seinen Ochsen und sie pflügten das Feld um. Gleichzeitig wurde Kuhmist eingearbeitet und neben Mais wurden Bohnen, Kürbis und Melonen gesät. Wir werden sehen, was auf dem sandigen Boden am besten gedeiht und hoffen auf eine gute, ausreichende Regenzeit, die uns bevorsteht.


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Wir haben beschlossen, das Projektgebiet komplett einzuzäunen. Die Angst vor Elefanten ist groß, da sie auf ihrer Suche nach Nahrung und Wasser viel Land und Plantagen zerstören. Auch andere Nutztiere wie Kühe, Ziegen und Esel streifen ungehindert über das Land, zertrampeln und fressen die jungen Pflanzen.

Hinzu kommt, dass die Menschen immer näher an die Grenzen ihrer Häuser bauen. Das erspart ihnen den langen Weg zum Wasser. 

Die Grundstücksgrenze ist 3 km lang. Wir brauchten also mehr als 15 km Draht und viele dicke und schmale Holzpfähle. Zwei örtliche Fußballmannschaften halfen uns beim Schneiden der Holzpflöcke und brachten sie zu uns auf das Grundstück. Wir schenkten den beiden Teams je ein Trikot für die ganze Mannschaft und Fussbälle, die wir vom FC Aarwangen und vom FC Langenthal erhielten. Herzlichen Dank für diese tolle Spende, die den jungen Männern mehr bedeutet, als wir uns vorstellen können.

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Sponsor FC Langenthal


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Sponsor FC Aarwangen


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Sponsor FC Langenthal


Februar 2024

Die undichte Wasserleitung zum Haus lockte immer wieder vorbeilaufende Tiere, Kühe, Esel und Ziegen an. Die Befürchtung, dass sie die Leitung mit ihren Krallen noch mehr beschädigen würden, war nicht unbegründet. Glücklicherweise konnten wir den Anschluss nun reparieren.


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März 2024

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Die beiden Abwasserbecken hatten wir bisher nur provisorisch abgedeckt. Das zog vor allem im Sommer massenhaft Mücken an und roch unangenehm. Aufgrund der Arbeitslosigkeit in der Region hätten wir schnell Arbeiter mobilisieren können, aber der Knackpunkt waren immer die überhöhten Lohnforderungen, die wir uns nicht leisten konnten. Diese Arbeit wurde daher nicht prioritär behandelt.

Jetzt konnten wir endlich die beiden Becken über die Osterfeiertage schließen. Das wertet nicht nur das Gebäude auf, sondern erhöht auch die Aktivität des Ladens und weckt mehr Interesse.





Projektnachrichten werden laufend aktualisiert.

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