Landwirtschaft



Dezember 2020


Die anstehenden Gartenarbeiten wurden während ich im Dezember 2020 vor Ort war auch nicht vernachlässigt. Der Garten war überwuchert von Gras, welches wir jähteten. 

Sobald der Garten vorbereitet war begann ich mit der Aussaat der verschiedenen Samen. Da in Namibia keine Pflanzensetzlinge vorhanden sind, säte ich die Samen von Kohl, Kürbis, Bohnen, Erdnüsse, Melonen, Zwiebeln und Ocra direkt in den sandigen Boden mit der Hoffnung, dass es auch so wachsen wird.

Die kleinen Holzstäbchen markieren den Saatverlauf, damit die Sämlinge nicht als Unkraut herausgerupft werden, denn diese Erfahrung habe ich bei meiner Gartenarbeit schon oft gemacht und Diana hat sich köstlich darüber amüsiert, dass ich Mutete nicht von Unkraut unterscheiden konnte.


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Januar 2021

Mit dem Einsetzen der Regenzeit wachsen die ausgesäten Samen sehr gut. Bald kann die Mutete geerntet werden. Kürbis, Mais, Okra und Melonen wachsen, aber auch das Unkraut, der Busch und die Sträucher, so dass weiterhin eine Menge Arbeit im Garten erforderlich ist. 


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März 2021

Lange Zeit wurde der Landwirtschaft nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, denn der Kindergarten hatte Vorrang. Durch den Dauerregen wuchs das Gestrüpp überall sehr hoch, so dass das ganze Stück Land wieder zugewachsen ist, auch unser Garten. Deshalb wurde gemeinsam mit allen Familienmitgliedern der Garten wieder gejätet, der Mais geerntet und der Boden umgegraben. Beete wurden angelegt und mit der Aussaat begonnen. 

 

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Juni 2021

Aufgrund der mangelnden Erfahrung in der Landwirtschaft wurden die Bemühungen der Arbeiter nicht belohnt und die Erträge waren minimal. Um diesen Mangel an Wissen auszugleichen, werden wir nun zwei Landwirte einstellen, die unsere Arbeiter schulen und ihnen helfen, den vergrößerten Garten und die angrenzenden Felder zu bewirtschaften. 

Vorher muss jedoch das gesamte Grundstück eingezäunt werden, um die Tiere von den Pflanzen fernzuhalten. 

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August 2021

Seit Mitte Juli erhalten wir beim Bau unseres erweiterten Gartens Unterstützung von zwei örtlichen Landwirten, die unsere Männer in der Landwirtschaft ausbilden. Sie begannen mit dem Bau der Schutzzäune um den Garten. Dazu brauchten sie einen Maschendrahtzaun, damit auch die kleinen Hühner und Enten nicht in den Garten gelangen und die kleinen Pflanzen abfressen können.

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Um den Boden zu düngen, mieteten wir einen Bakkie, um den Dung aus der Umgebung einzusammeln und in den Boden einzuarbeiten. 

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In der Zwischenzeit haben sie die Setzlinge ausgesät, die später ausgepflanzt werden sollen.

Die größte Herausforderung bleibt die Bewässerung des Gartens. 

Die Verlegung des Bewässerungssystems hat jetzt eine hohe Priorität in unserer Projektarbeit. Die Bewässerung nur mit einem Gartenschlauch ist nicht möglich, da der Wasserdruck zu gering ist.

Wir begannen mit der Verlegung des Schlauchsystems, mussten aber bald feststellen, dass wir zu wenig Leitungen hatten. Wieder mussten wir nach Rundu fahren, um mehr Material zu besorgen. Außerdem kauften wir einen Generator, damit wir genug Druck aufbauen können, um die gesamte Anlage zu bewässern. 

In den nächsten Tagen werden die Arbeiter mit der Verlegung der Rohre beginnen. 

Die Arbeiten auf dem Projektgelände haben die Neugierde und das Interesse der Menschen in der Nachbarschaft geweckt. Die zaghaften Anfragen, auf dem Gelände mitzuarbeiten, häufen sich 😊.


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September 2021

Um den Garten genügend zu wässern, haben wir Ende August mehr Leitungen gekauft und verlegt. Bereits jetzt sind die Jungpflanzen an wachsen und gedeihen.

Mit dem nun fahrtüchigen Kleinlaster konnten die Arbeiter weiteren Dünger auf das Land bringen und in den Boden einarbeiten.

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Die Zufahrtsstraße zum Pflanzort besteht nur aus Sand, und der kleine Lastwagen blieb oft in der sandigen Piste stecken und musste ausgegraben werden. Costody und die Arbeiter beschlossen nun, den Weg mit steinbedeckter Erde zu ebnen. 

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Immer wieder sammeln die Arbeiter Dünger ein und arbeiten ihn in den Boden ein. Neben den beiden angestellten Landwirten kommen jetzt auch mehr Anwohner, die mehr über die Landwirtschaft lernen, Erfahrungen sammeln und auf dem Feld mithelfen wollen.

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Am Ende eines jeden Monats werden die Löhne ausgezahlt. Die Arbeiter reisen gemeinsam nach Divundu und werden bezahlt und gleichzeitig wird Maismehl und andere Lebensmittel besorgt, die für den ganzen nächsten Monat reichen müssen. Der Weg nach Divundu ist etwa 27 km lang und ohne Transportmittel schwer zu erreichen. Oft stehen die Menschen stundenlang am Straßenrand und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit. Deshalb sind wir sehr dankbar für den kleinen Lastwagen, der nun fahrtüchtig ist. Ein großer Wunsch der umliegenden Bewohner ist es, eine nähere Einkaufsmöglichkeit zu haben. 

 


Oktober 2021

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November 2021

Die Bemühungen der Arbeiter haben sich nur insofern gelohnt, als sie sich mit Gemüse selbst versorgen können. Sie waren jedoch nicht in der Lage, einen größeren Ertrag zu erwirtschaften. Die Gründe dafür liegen vor allem in der mangelnden Bewässerung des Gartens. Leider wurden auch die gedeihenden Kohlpflanzen von Raupen befallen und starben infolgedessen ab.

Das Gleichgewicht zwischen der Bewässerung des Gartens und der Wasserabgabe an die Anwohner wird immer wieder diskutiert und stößt bei den Anwohnern oft auf Unverständnis.


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Um diesen Sachverhalt zu klären, haben wir mit den Bewohnern der benachbarten Siedlungen ein Gespräch über die neu geschaffenen Bedingungen der Wasserversorgung geführt. Wir informierten sie darüber, dass wir das Projekt mit Spendengeldern errichten konnten und dass es nun an ihnen liegt, die wohnortnahe Wasserversorgung langfristig zu sichern. Wir legten den monatlichen Preis für Trinkwasser pro Familie auf 100 N$ fest. Die Familien, die dem zugestimmt haben, mussten dies mit einer Unterschrift bestätigen. 
Die Zahlung muss bis zum 15. des laufenden Monats erfolgen und wird mit einer Quittung bestätigt. Der Wasserbezug ist nur gegen Vorlage der Quittung möglich und nicht auf andere übertragbar. 
Um das Wasser schonend und verantwortungsvoll zu nutzen, ist es ab sofort nicht mehr erlaubt, Wäsche an der Wasserstelle zu waschen. Auch die Tierherden dürfen dort nicht mehr getränkt werden. 

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Im Meeting wurde auch über den Wasserdiebstahl gesprochen der sich kürzlich in der Nacht ereignet hat. Trotz einem Verschluss konnten zwei Personen den Wasserhahn öffnen und Wasser beziehen. Leider konnten sie den Wasserhahn nicht wieder vollständig schließen und das Wasser lief die ganze Nacht aus. Gegen die beiden Personen wurde ein Wasserbezugsverbot von 2 Wochen verhängt.

Darauhin bauten wir einen zusätzlichen Verschluss in die Wasserleitung ein, die den Zugang zwischen Bezugsort und dem Wohnhaus/Garten trennt, so dass wir einen dopplete Sicherheit der Wasserstelle haben und trotzdem den Garten und das Wohnhaus mit Wasser versorgen können.


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Auch das Radiointerview mit dieser Frau gab Anlass zu Diskussionen. Sie sagte im Lokalradio, dass sie für das Wasser von uns bezahlen müsse. Das ist nicht richtig, denn die Kommune ist für die Wasserversorgung ihrer Bevölkerung zuständig und tut nichts, um die ländliche Bevölkerung mit Wasser zu versorgen, sondern es sind private Investoren, die sich um das Wohl der Menschen kümmern.


Die Dankbarkeit für das, was unser Projekt für diese Menschen leistet, wurde besonders in persönlichen Gesprächen nach dem Treffen deutlich.


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Dezember 2021

Ende November konnten wir uns über eine weitere Spende freuen, mit der wir nun einen zweiten 10.000 Liter Wassertank bauen können.
Das benötigte Material konnten wir in Rundu kaufen und mit unserem Kleintransporter nach Kangumbe transportieren.

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Wir wissen, dass unser Projekt im Bezirk Mukwe in vielerlei Hinsicht wahrgenommen und diskutiert wird. Die meisten Kommentare sind wohlwollend, was uns sehr glücklich macht. Vor allem die umliegenden Dörfer wissen, was wir für die Region tun und wie viel harte Arbeit dahinter steckt. Trotzdem hatten wir nicht mit dem Besuch des Regionalrats gerechnet. Er besuchte uns am frühen Morgen und informierte sich über unser Projekt und welche Auswirkungen es auf die umliegenden Siedlungen hat. Er machte eine Videoaufzeichnung, diese ist im News-Bereich zu sehen.

Costody Malasa wurde am nächsten Tag zum Treffen für Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung im Distrikt Mukwe eingeladen, das im Gebäude der Max-Makushe-Schule stattfinden sollte.

Dort wurde ihm mitgeteilt, dass unser Projekt eine Auszeichnung erhalten wird, weil wir uns für das Wohlergehen der Menschen in unserem Gebiet einsetzen und ihnen Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen. 

Dankbar und mit Stolz nehmen wir diese Urkunde entgegen und werden uns weiterhin mit viel Elan für unser Projekt und die betroffenen Dörfer in unserem Gebiet einsetzen. 


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Wir bedanken und von Herzen für ihre Unterstützung! Nur zusammen konnten wir dieses Jahr weiter an der Umsetzung der Ziele arbeiten und im Kleinen etwas Gutes tun  .


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Januar 2022

Die Herausforderungen im neuen Jahr begannen früh, denn als das Gerüst des Wassertanks aufgestellt wurde, begann die Suche nach einer langen Leiter. Schließlich fanden wir in Divundu eine, allerdings mussten die Arbeiter noch das letzte Stück hochklettern um den Boden in 5 Metern Höhe mit Metallstäben anzuschweissen. 


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Nachdem das Gerüst des Tanks stabil genug war, stand die nächste Herausforderung an. Nach mehreren Versuchen, den Tank nur mit Muskelkraft auf das Gerüst zu ziehen, musste eine andere Lösung gefunden werden. Zusätzlich wurde ein Auto zur Hilfe genommen, aber auch dieser Versuch scheiterte. Die einfachste, aber schwierigste Lösung war ein Kran, der den Tank in die Luft hob.

 

 

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Februar 2022

Um die Kosten niedrig zu halten, bestand die einfachste Lösung darin, einen Lastwagen mit Hebekran auf der Straße anzuhalten und ihn um Hilfe zu bitten, was uns auch gelang, so dass wir den Tank Mitte Februar auf eine Höhe von 5 m anheben konnten.

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März 2022

Der Anbau des Gartens läuft weiterhin zufriedenstellend. Wir haben genug Gemüse, um uns selbst zu versorgen, was ein Teilziel unseres Projekts ist. Der nächste Schritt ist, die Produktion zu steigern, damit wir das Gemüse verkaufen und mit dem Erlös neues Saatgut kaufen und nach Möglichkeit die Angestellten bezahlen können.

Dank der Regenzeit haben wir immer Wasser und wir schützen die jungen Pflanzen mit einem Netz vor der starken afrikanischen Sonne. 

 

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April 2022

Die benachbarten Siedlungen rücken immer näher an unser Grundstück heran, wahrscheinlich um ihre Wege zum Wasserholen zu verkürzen.

Deshalb haben wir begonnen, das gesamte Grundstück einzuzäunen. Bäume wurden gefällt, ihre Äste zu Pfählen verarbeitet und mit Kühen an die entfernten Grenzen unseres Grundstücks gezogen, eingegraben und mit Draht zusammengehalten.

Um zu verhindern, dass die Bäume wieder austreiben, werden die Stümpfe und Wurzeln jedes Mal ausgegraben und abgeschnitten. Auch die Jugendmannschaft des örtlichen Fußballvereins half uns wieder dabei, die Wege von Gestrüpp und Büschen zu befreien.

 

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Mai 2022

Mit dem zweiten Wassertank den wir anfangs des Jahres aufstellen konnten, erübrigte sich die Frage, wie das Wasser aufgeteilt werden soll. Wir haben nun genug Wasserreserven um die Siedlungen mit Wasser zu versorgen und gleichzeitig den zunehmend gedeihenden Garten zu bewirtschaften. 

Da die Gartenarbeiten und deren Erträge nur sichtbar werden, ist die Freude darüber gross und die Varianten der Mahlzeiten bereits viel grösser als noch vor einem Jahr.

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Juli 2022

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Der neue Hühnerstall bietet den Hennen Platz um ihre Eier in Ruhe und in einer geschützten Umgebung auszubrüten. 


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September 2022

Herr Malasa hat mich im August in der Schweiz besucht und wir hatten genügend Zeit, unser Projekt zu besprechen und gemeinsam nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen, die dann auch in Namibia umgesetzt werden können.

Im Hausgarten wird nun so viel produziert, dass das Team neben Pap (Maisbrei) jeden Tag frisches Gemüse essen kann, das sie mit den Kindern unseres Kindergartens teilen. Das Grundstück ist jedoch sehr groß und es kann noch mehr angebaut werden. Wir wollen den Hausgarten erweitern und das verbleibende Feld mit Mais, Hirse und Bohnen bepflanzen, damit wir in Zukunft die Getreideabfälle zu Tierfutter verarbeiten können. Denn in der Trockenzeit finden die Tiere, die vor allem von Kindern auf der Suche nach Futter durch die trockene Landschaft getrieben werden, kaum Gras oder Blätter und verhungern oft. Wenn die Tiere sterben, verschlechtert sich auch das Einkommen der Menschen, und dem wollen wir mit unserem neuen Projekt mit Futterpelletpresse entgegenwirken.

Die Arbeiter sind bereits dabei, das Land gründlich von Büschen und Sträuchern zu befreien.

 

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Projektnachrichten werden laufend aktualisiert.

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